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Against Malaria Foundation

Foto von Erik Karits auf Unsplash
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Kurzbeschreibung

Verteilt insektizidbehandelte Moskitonetze, um Malaria zu verhindern.

Organisation

Die Against Malaria Foundation (AMF) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in London. Sie finanziert eine einzige Maßnahme: insektizidbehandelte Moskitonetze (ITNs) für Länder mit hoher Malarialast.

AMF verteilt die Netze nicht selbst. Sie arbeitet mit dem nationalen Malariaprogramm des jeweiligen Landes zusammen, das die Kampagne organisiert, und mit Durchführungspartnern vor Ort. AMF trägt die Kosten der Netze, die Kosten der Verteilung tragen andere Geber, in der Regel der Globale Fonds.1 Nach eigenen Angaben hat AMF bisher rund 378 Millionen Netze finanziert und damit etwa 681 Millionen Menschen geschützt.2 Für ihr Budget ist die Organisation sehr klein: Ende 2023 hatte sie 13 Mitarbeitende bei einem Spendenaufkommen von mehr als 100 Millionen US-Dollar im Jahr.1

Das Problem: Malaria

Malaria ist vermeidbar und behandelbar und bleibt dennoch eine der tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Für 2024 schätzt die Weltgesundheitsorganisation 282 Millionen Erkrankungen und 610.000 Todesfälle, rund neun Millionen Fälle mehr als im Jahr davor.3 Die WHO-Region Afrika trägt 94 % der Fälle und 95 % der Todesfälle, und 75 % der dortigen Todesfälle entfallen auf Kinder unter fünf Jahren.4

Der lange Trend ist trotzdem positiv. Zwischen 2000 und 2024 wurden nach WHO-Schätzung etwa 2,3 Milliarden Erkrankungen und 14 Millionen Todesfälle verhindert, allein 2024 rund eine Million Todesfälle.3 Der jüngste Anstieg zeigt jedoch, wie wenig gesichert dieser Fortschritt ist: Die WHO nennt als Ursachen unter anderem Resistenzen gegen Malariamedikamente und gegen die Insektizide in einem Teil der Netze.3

Ansatz

AMF kauft die Netze und legt gemeinsam mit dem nationalen Malariaprogramm fest, welcher Netztyp in welche Region geht. Maßgeblich sind Malarialast, Insektizidresistenz und Preis. Zunehmend beschafft AMF Netze mit Zusatzwirkstoffen gegen Resistenzen, etwa Piperonylbutoxid oder Chlorfenapyr.1

Vor der Verteilung registrieren Gesundheitspersonal oder Freiwillige die Haushalte, um den Bedarf je Haushalt zu ermitteln. AMF verlangt, dass diese Daten digital erhoben werden und dass typischerweise 5 % der Haushalte von einem zweiten Team erneut aufgesucht werden, um die Datenqualität zu prüfen. Nach der Verteilung führen unabhängige, von AMF finanzierte Partner Nachkontrollen durch. Befragt wird üblicherweise 1,5 % der registrierten Haushalte, nach 9, 18 und 27 Monaten, jeweils zu Vorhandensein, Nutzung und Zustand der Netze.1

Wirkung

Die Massenverteilung insektizidbehandelter Netze zählt für GiveWell zu den am besten belegten Maßnahmen der globalen Gesundheit. Für die Mittel, die GiveWell zwischen 2022 und 2024 an AMF vergeben hat, schätzt der Evaluator die Kosten auf durchschnittlich 5.500 US-Dollar je gerettetem Leben, bei etwa 6 US-Dollar je verteiltem Netz.5 Die ausführliche Prüfung von Dezember 2023 nennt für die von GiveWell finanzierten Kampagnen eine Spanne von 3.000 bis 8.000 US-Dollar je verhindertem Todesfall.1 AMF selbst gibt den reinen Einkaufspreis eines Netzes mit 2,00 US-Dollar an; die Differenz sind Transport, Verteilung und Nachkontrolle, die andere Geber bezahlen.6

Die Nachkontrollen zeigen zugleich, dass der Schutz nachlässt. Über die von GiveWell ausgewerteten Kampagnen schliefen 6 bis 11 Monate nach der Verteilung im Mittel 83 % der Befragten unter einem aufgehängten Netz, nach 24 bis 30 Monaten noch 60 %. Der Evaluator rechnet deshalb mit etwa zwei Jahren wirksamem Schutz je Verteilzyklus, obwohl die Kampagnen im Dreijahresrhythmus stattfinden.1

Transparenz

AMF veröffentlicht jede Verteilung einzeln, mit Registrierungs- und Verteildaten, Fotos, Video und den Ergebnissen der Nachkontrollen, und ordnet einzelne Spenden konkreten Verteilungen zu.7 GiveWell führt die Organisation seit 2009 durchgehend als Top-Organisation.8

Derselbe Evaluator benennt aber auch Vorbehalte. Die Übereinstimmung zwischen Ersterhebung und Kontrollbesuch liegt niedriger, als es die Objektivität der erhobenen Merkmale erwarten ließe: bei der Registrierung zwischen 65 % und 95 %, bei den Nachkontrollen zwischen 44 % und 85 % für die Zahl der aufgehängten Netze. Die von AMF berichtete Haltbarkeit der Netze fällt günstiger aus als in unabhängigen Studien, weshalb GiveWell an dieser Stelle fremde Daten statt der AMF-Daten in sein Modell nimmt. In seiner qualitativen Bewertung urteilt GiveWell über AMF weniger positiv als über die übrigen Top-Organisationen: AMF wirke zurückhaltend darin, negative Befunde von sich aus weiterzugeben, sei für sein Budget personell sehr klein, und einzelne nationale Malariaprogramme berichteten, die Zusammenarbeit sei aufwendig, weil AMF zwar die Netze finanziert, die Verteilkosten aber nicht.1

Aktuelle Projekte

Alle Angaben in diesem Abschnitt stammen aus AMFs Verteilungsregister.7

Südsudan (April bis August 2026): 9,5 Millionen Netze in zehn Bundesstaaten und drei Verwaltungsgebieten. Verteilung läuft.

Tschad (März bis August 2026): 8,3 Millionen Netze in 14 der 23 Provinzen. Verteilung abgeschlossen.

DR Kongo (August 2026 bis Juni 2027): laufendes Provinzprogramm, darunter Mongala, Kongo Central, Sud Ubangi, Kasai Oriental, Ituri, Tanganyika und Lualaba, zusammen mehr als 25 Millionen Netze.

Nigeria (September 2026 bis April 2027): 4,9 Millionen Netze für Bauchi, anschließend Benue und Plateau.

Sambia (Oktober bis November 2026): 4,0 Millionen Netze in vier Provinzen.

Côte d'Ivoire (März bis Mai 2027): 8,5 Millionen Netze in mehreren Landesteilen. Es ist die erste von AMF finanzierte Kampagne in dem Land.

Warum wir die Against Malaria Foundation finanzieren

Wenige Organisationen können so genau zeigen, was mit einer Spende geschieht. AMF finanziert eine einzige Maßnahme, deren Wirkung in randomisierten Studien belegt ist, veröffentlicht jede Verteilung samt Nachkontrolle und lässt sich seit über fünfzehn Jahren von einem unabhängigen Evaluator prüfen, der die Schwächen dieser Daten öffentlich benennt.

Genau diese Verbindung überzeugt Geld für die Welt: eine belegte Wirkung, ein nachvollziehbarer Preis je Ergebnis und eine Organisation, die es aushält, dass ihr eigener Evaluator sie kritisiert. Dass AMF trotz dieser Kritik ununterbrochen empfohlen bleibt, sagt über die Belastbarkeit der Belege mehr aus, als eine makellose Darstellung es könnte.

Footnotes

  1. GiveWell, "Against Malaria Foundation", Dezember 2023. givewell.org 2 3 4 5 6 7

  2. Against Malaria Foundation, Zähler "Nets funded" und "People protected", abgerufen im August 2026. againstmalaria.com

  3. Weltgesundheitsorganisation, "World malaria report 2025", Dezember 2025. who.int 2 3

  4. Weltgesundheitsorganisation, "Global Health Observatory: Malaria", Daten aus dem World malaria report 2025. who.int

  5. GiveWell, "Our Top Charities", Stand September 2025. givewell.org

  6. Against Malaria Foundation, "How we do it". againstmalaria.com

  7. Against Malaria Foundation, "Distributions" und "Transparency", abgerufen im August 2026. againstmalaria.com 2

  8. Against Malaria Foundation, "What people say about us". againstmalaria.com

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