Helen Keller

Kurzbeschreibung
Helen Keller International (HKI) ist eine gemeinnützige Organisation, die Programme zur Reduktion von Mangelernährung und zur Verhinderung von Blindheit unterstützt; im Fokus dieser Seite stehen ihre Vitamin‑A‑Supplementierungsprogramme (VAS) für Kinder in Subsahara‑Afrika. Vitamin‑A‑Mangel erhöht das Risiko für vermeidbare Blindheit und Tod; die WHO empfiehlt in betroffenen Regionen VAS zwei‑ bis dreimal pro Jahr für Kinder von 6–59 Monaten. HKI finanziert und berät staatlich geführte Kampagnen (Tür‑zu‑Tür und feste Verteilstellen etc.) und koordiniert mit Gesundheitsministerien, UNICEF und Nutrition International. Randomisierte Studien und Meta‑Analysen zeigen, dass VAS Kindersterblichkeit senkt; GiveWell modelliert konservativ ca. 4–12 % Mortalitätsreduktion. Die Bereitstellung kostet im Schnitt etwa 1 US‑Dollar pro Kapsel, mit einer Kosteneffektivität von grob 1.000–8.500 US‑Dollar pro vermiedenem Todesfall. HKI teilt detaillierte Monitoring‑ und Kostendaten, wobei Repräsentativität und Vollständigkeit Grenzen haben; GiveWell berücksichtigt dies mit Abschlägen.
Organisation
Helen Keller International (HKI) ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in New York (gegründet 1915). Sie unterstützt Programme, die Mangelernährung reduzieren und Blindheit sowie Sehverlust in Ländern Afrikas und Asiens verhindern. In den Vereinigten Staaten führt HKI zudem Sehtests an Schulen durch und stellt Brillen bereit. Diese Seite konzentriert sich ausschließlich auf die Programme zur Vitamin-A-Supplementierung (VAS) für Kinder in Subsahara-Afrika.
Das Problem: Vitamin-A-Mangel
Vitamin‑A‑Mangel ist eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Blindheit bei Kindern und trägt wesentlich zur Kindersterblichkeit bei. Schätzungen zufolge sind jährlich rund 190 Millionen Kinder unter fünf Jahren betroffen. Die WHO stuft Vitamin‑A‑Mangel als gravierendes Public‑Health‑Problem ein, wenn definierte Prävalenz‑Schwellen überschritten werden.
Ohne ausreichende Vitamin‑A‑Zufuhr steigt das Risiko schwerer Infektionen, Sehverlust und Tod deutlich. Vitamin A ist zentral für Immunsystem, Epithelgesundheit und Sehen (Rhodopsinbildung). Ein Mangel erhöht die Schwere und Letalität von Masern, Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen. Typische Augenbefunde sind Nachtblindheit und Xerophthalmie bis hin zu Keratomalazie.
Besonders stark betroffen sind Regionen in Subsahara‑Afrika und Südasien. Häufige Ursachen sind einseitige Ernährung mit wenig tierischen Produkten oder angereicherten Lebensmitteln, geringe Ernährungssicherheit, wiederkehrende Infektionen und eingeschränkter Zugang zu Basisgesundheitsdiensten. Die Belastung ist saisonal (z. B. „Hungerzeiten“) und innerhalb von Ländern stark heterogen; ländliche und schwer erreichbare Gebiete sind überproportional betroffen.
Messung und Überwachung sind anspruchsvoll: Erhebungen nutzen biochemische Marker (z. B. Retinol‑Bindungsprotein) und klinische Anzeichen (z. B. Nachtblindheit), sind aber nicht in allen Ländern regelmäßig verfügbar. Das erschwert genaue Ländervergleiche und verlangt eine Priorisierung nach Risikoindikatoren und Kontext.
Studien zeigen, dass die regelmäßige Gabe von Vitamin‑A‑Supplementen die Kindersterblichkeit senken kann. Ältere Meta‑Analysen berichten Reduktionen von bis zu 24 % in Hochprävalenz‑Kontexten; neuere Bewertungen weisen auf kontextabhängig kleinere Effekte hin. Der Nutzen ist am größten, wo der Mangel verbreitet ist, Infektionslast hoch und Alternativen (angereicherte Lebensmittel, diverse Ernährung) begrenzt verfügbar sind.
Ansatz
HKI unterstützt Länder primär durch Finanzierung und technische Assistenz für staatlich geführte VAS-Programme. Operativ steht die großflächige Verteilung im Rahmen zeitlich begrenzter Kampagnen im Mittelpunkt; wo Gesundheitsministerien dies anstreben, wird VAS zusätzlich in die Routineversorgung integriert. Je nach Kontext kommen Tür-zu-Tür-Verteilungen oder feste Verteilstellen mit Outreach zum Einsatz; hybride und Catch-up-Ansätze ergänzen die Routine. Häufig werden weitere Basisleistungen gemeinsam angeboten, etwa Entwurmung, Polio-Mop-ups oder Screening auf akute Mangelernährung. HKI arbeitet mit den Gesundheitsbehörden an Mikroplanung, Trainings im Train-the-Trainer-Ansatz, sozialer Mobilisierung und Supervision. Üblicherweise finden zwei Runden pro Jahr für Kinder von 6 bis 59 Monaten statt; die Dosierung beträgt 100.000 IU für 6–11 Monate und 200.000 IU für 12–59 Monate, verabreicht durch Aufschneiden der Kapsel und direktes Eingeben des Inhalts. Die Durchführung erfolgt durch Community-Distributoren des öffentlichen Gesundheitssystems oder durch Kräfte mit Aufwandsentschädigung. HKI koordiniert mit Gesundheitsministerien, UNICEF und Nutrition International; die Kapseln werden typischerweise über Nutrition International bereitgestellt. Die Abstimmung im Rahmen der Global Alliance for Vitamin A (GAVA) hilft, Versorgungslücken zu vermeiden. Mit dem Rückgang von Polio-Kampagnen gewinnen eigenständige VAS-Strukturen an Bedeutung; zugleich werden kostensparende Modelle pilotiert, die hohe Abdeckung sichern und eine schrittweise Integration in die Routineversorgung ermöglichen.
Wirkung
Vitamin-A-Supplementierung (VAS) senkt nachweislich die Kindersterblichkeit. Randomisierte Studien und Meta-Analysen belegen in Hochprävalenz-Kontexten große Effekte; ältere Untersuchungen berichten Reduktionen von bis zu 24%. In aktuellen, kontextsensitiven Modellen setzt GiveWell konservative länderspezifische Effektgrößen von etwa 4–12% an. Der biologische Mechanismus ist gut verstanden: Vitamin A unterstützt Immunfunktion und Epithelgesundheit; ein Mangel erhöht die Schwere und Letalität von Infektionen (u. a. Masern, Durchfall, Atemwegsinfekte). Zusätzlich reduziert VAS vitamin-A-bedingte Augenerkrankungen (z. B. Nachtblindheit, Xerophthalmie).
Die erreichte Programmbreite ist ein zentraler Treiber der Wirkung. In von HKI begleiteten Kampagnenrunden zeigen Coverage-Surveys mediane Abdeckungen um etwa 85% der Zielgruppe, mit Variation je nach Land, Zugang und Liefermodell (Tür-zu-Tür, feste Stellen, Routineintegration). Co‑Lieferungen (z. B. Entwurmung) und gezielte soziale Mobilisierung erhöhen die Teilhabe zusätzlich.
VAS ist aufgrund niedriger Bereitstellungskosten und hoher erwarteter Mortalitätswirkung sehr kosteneffektiv. Die durchschnittlichen Programmkosten pro verabreichter Kapsel liegen ungefähr bei 1 US‑Dollar (kontextabhängig). GiveWell schätzt – je nach Land und Jahr – grob 1.000 bis 8.500 US‑Dollar pro vermiedenem Todesfall. Die resultierende Wirkung ist am größten, wo Vitamin‑A‑Mangel und Infektionslast hoch sind und Alternativen wie Nahrungsmittelanreicherung oder vielfältige Ernährung begrenzt verfügbar sind. Globale HKI‑Berichte (z. B. 2024: 87 Mio. Kapseln) illustrieren zudem die operative Skalierungsfähigkeit; methodische Unsicherheiten werden in den Modellen berücksichtigt (siehe Unsicherheiten/Monitoring).
Transparenz
Helen Keller Intl veröffentlicht detaillierte Informationen zu Reichweite, Kosten und Umsetzung seiner Vitamin‑A‑Programme und wird von GiveWell als Top‑Charity empfohlen. Das Monitoring stützt sich vor allem auf Post‑Event‑Coverage‑Surveys (zweistufige Klumpenstichprobe, elektronische Datenerfassung, standardisierte Fragebögen), unabhängige Kampagnen‑Monitore und Supervisor‑Audits mit Haushalts‑Revisiten (ca. 10% als Qualitätscheck).
Seit 2024 hat HKI das Monitoring weiter gestärkt: breitere Stichproben über alle von HKI unterstützten Regionen in einem Land, unabhängige Audits mit vorab nicht bekannten Audit‑Standorten, der Einsatz von DHIS2 und standardisierte Berichte sowie zusätzliche Validierungsschritte (z. B. Erkennung der Kapsel durch Betreuungspersonen, Abgleich mit Gesundheitskarten, wo verfügbar).
Wesentliche Vorbehalte: Surveys sind nicht in allen Runden/Regionen verfügbar und können die Abdeckung überschätzen; Haushaltsbefragungen unterliegen Recall‑Bias; Partnerkosten (z. B. staatliche Mittel) sind teils unvollständig erfasst. GiveWell berücksichtigt diese Punkte durch Qualitätsabschläge, länderübergreifende Durchschnittswerte für Kosten und Annahmen zu möglicher Ersetzung durch andere Akteure.
Aktuelle Projekte
Demokratische Republik Kongo, Nigeria, Burkina Faso, Kamerun, Côte d'Ivoire, Guinea (2024–2026): Im August 2024 empfahl GiveWell einen Zuschuss von 5,8 Millionen US-Dollar an Helen Keller Intl zur Unterstützung von Vitamin-A-Supplementierungsprogrammen in sechs Ländern bis Juni 2026. Dieser Zuschuss dient sowohl der Fortsetzung bestehender Programme als auch als mögliche Ausstiegsfinanzierung in bestimmten Regionen.
Madagaskar (2023–2027): Ein im April 2023 empfohlener Zuschuss von 6 Millionen US-Dollar finanziert über vier Jahre Vitamin-A-Supplementierungsprogramme in sechs Regionen Madagaskars. Die Programme zielen darauf ab, die Kindersterblichkeit zu senken und die langfristige Gesundheit der Kinder zu verbessern.
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