IMPACT-Portal: Wie ein Depot-Login, nur dass die Rendite spendet
Julian Lindenberg• Aktualisiert am 19. September 2026

Grafik: Geld für die Welt
Zusammenfassung
Wer Geld in ein Wertpapierdepot legt, kann sich jederzeit einloggen und sehen, was daraus geworden ist. Für gespendetes Geld gibt es das fast nie, und genau diese Ansicht ist das IMPACT-Portal unter impact.gfdw.eu: Einzahlungen, aktueller Wert des eigenen Anteils am Fonds, bisherige Auszahlungen und eine Prognose, deren Annahmen du selbst verstellen kannst. Der Unterschied zum Depot ist die Rendite, die nicht an dich zurückfließt, sondern jede Auszahlungsperiode an gemeinnützige Organisationen geht. Wer sie erhält, entscheidest du selbst, aus einer Liste geprüfter Spendenpartner, und ansehen lässt sich das Ganze ohne eigene Spende über einen Demo-Zugang.
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Eine Spende verschwindet normalerweise in einer Blackbox. Man überweist, bekommt eine Bestätigung, und irgendwann einen Jahresbericht mit Zahlen, in denen der eigene Beitrag nicht mehr vorkommt. Das ist die übliche Erfahrung, und sie ist der Grund, warum viele Menschen ihre Spendenentscheidung nur einmal treffen und danach nicht mehr darüber nachdenken.
Beim Geld für die Welt Fonds kommt eine zweite Schwierigkeit hinzu. Der Fonds legt Spenden passiv am globalen Aktienmarkt an und schüttet je Auszahlungsperiode 2 % seines Vermögens an gemeinnützige Organisationen aus.1 Die Wirkung einer Spende verteilt sich damit über Jahrzehnte, statt in einem Projektbericht des Folgejahres aufzutauchen. Ohne Einblick müsste man das schlicht glauben.
Deshalb gibt es das IMPACT-Portal. Es ist der Login, den man von seiner Bank kennt, angewandt auf gespendetes Geld.
Wie ein Depot-Login, nur dass die Rendite spendet
Wer ein Wertpapierdepot hat, kennt die Ansicht: eingezahlte Summe, aktueller Wert, Entwicklung über die Zeit. Das IMPACT-Portal zeigt dasselbe für deine Spenden. Jede Spende an den Fonds baut einen persönlichen Anteil am Fondsvermögen auf, und dieser Anteil wird laufend fortgeschrieben, mit der Rendite des Fonds und mit jeder Auszahlung, die aus ihm bereits gegangen ist.
Drei Dinge sind anders als beim Depot:
- Die Rendite fließt nicht zurück. Was das Depot ausschütten würde, geht hier an gemeinnützige Organisationen. Der Anteil bleibt trotzdem sichtbar, weil er die Grundlage aller künftigen Auszahlungen ist.
- Du bestimmst die Empfänger. Kein Depot fragt, wohin die Ausschüttung soll. Das Portal fragt jede Auszahlungsperiode genau das.
- Es fallen keine Steuern an. Weil der Verein gemeinnützig ist, ist er von Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit, und damit entfällt auf die Rendite des Fonds auch die Kapitalertragsteuer von 25 %, die auf einem privaten Depot auf Kursgewinne und Dividenden fällig wird.2 Ebenso unbesteuert bleibt die Weitergabe an die Spendenpartner. Was der Markt erwirtschaftet, wirkt in voller Höhe weiter, statt zwischendurch versteuert zu werden.
Der Rest der Erfahrung ist bewusst dieselbe: einloggen, nachsehen, weiterklicken.
Was du siehst, wenn du drin bist
Unter Spenden stehen alle erfassten Spenden, nach Auszahlungsperiode gruppiert, mit Summen. Spenden an den Fonds und Spenden für die Betriebsausgaben des Vereins werden getrennt ausgewiesen, denn nur die Fondsspenden bauen einen Anteil auf. Monatliche und verschenkte Spenden sind gekennzeichnet.
Unter Impact stehen drei Beträge nebeneinander: die Summe der eigenen Fondsspenden, der heutige Wert des eigenen Anteils und die Summe dessen, was aus diesem Anteil bereits an Spendenpartner ausgezahlt wurde. Eine Tabelle führt jede Auszahlungsperiode einzeln auf, mit Rendite des Fonds, eigenen Spenden, eigenem Vermögensanteil, Auszahlung und den Organisationen, die sie erhalten haben. Ein zweiter Reiter zeigt dieselben Ansichten für den gesamten Fonds, sodass sich der eigene Anteil einordnen lässt.
Der Vorzug daran ist unspektakulär und wirkt trotzdem: Man muss keiner Gesamtsumme vertrauen. Man sieht die eigene Zeile.
Die Prognose rechnet mit deinen Annahmen, nicht mit unseren
Ein Fonds mit Jahrzehnthorizont lebt von einer Annahme, nämlich der langfristigen realen Rendite des Aktienmarktes. Geld für die Welt rechnet mit 7 % pro Jahr, der langfristigen inflationsbereinigten Aktienmarktrendite über 16 Volkswirtschaften und die Jahre 1870 bis 2015.3 Wer das für zu optimistisch hält, muss im Portal nicht diskutieren, sondern kann rechnen.
Ein Schieberegler verlängert den Horizont von der Gegenwart auf bis zu 100 Auszahlungsperioden. Unter Annahmen bearbeiten liegen zwei weitere Regler: die erwartete reale Rendite zwischen 0 % und 15 % pro Jahr und eine gedachte laufende Spende von bis zu 100.000 € pro Periode. Beide Annahmen wirken auf alle Prognosezahlen der Seite gleichzeitig, auch auf die Kennzahl über 25 Auszahlungsperioden in der Übersicht.
Zwei Erkenntnisse liegen damit im Portal statt in einem Prospekt. Erstens: Bei 7 % Rendite und 2 % Ausschüttung wächst das Vermögen real um knapp 5 % je Periode, und nach rund 25 Auszahlungsperioden übersteigt die Summe aller Ausschüttungen das eingezahlte Kapital.1 Ein Euro von heute wird über die Lebenszeit des Fonds zu mehreren Euro Wirkung. Zweitens: Stellt man die Rendite auf 3 %, dauert das erheblich länger. Beides steht sichtbar nebeneinander, und das ist der eigentliche Vorzug einer Prognose, die man selbst verstellen darf.
Du entscheidest, wer das Geld bekommt
Der Teil, den kein Depot hat, liegt unter Auszahlungen und kennt zwei Wege.
- Der Empfehlung folgen. Geld für die Welt empfiehlt den GiveWell All Grants Fund, der Mittel dorthin lenkt, wo GiveWell den größten erwarteten Nutzen sieht. Wer nichts entscheidet, wird so behandelt, als hätte er diesen Weg gewählt.
- Selbst aufteilen. Aus der Liste lassen sich beliebig viele Partner auswählen. Der eigene Anteil verteilt sich zu gleichen Teilen auf die Auswahl, und jede ausgewählte Karte zeigt sofort den Eurobetrag und den Prozentsatz, der auf sie entfällt. Bis zum Stichtag lässt sich die Auswahl beliebig oft ändern.
Zur Wahl stehen zwei Arten von Empfängern. Erstens einzelne Organisationen, deren Wirksamkeit besonders gut belegt ist, überwiegend aus dem Kreis der GiveWell-Empfehlungen zu globaler Gesundheit und Armut. Zweitens thematische Spendenfonds von Effektiv Spenden, die Felder wie Klimaschutz, Tierleid, Demokratie und langfristige Risiken abdecken. Wer im Einzelnen dabei ist, ändert sich mit neuer Evidenz und mit der laufenden Recherche; die aktuelle Liste mit Beschreibungen steht auf der Seite Spendenpartner und im Portal selbst.
Zwei Details, die den Unterschied machen: Die Abwicklung läuft über Effektiv Spenden, sodass von jedem ausgezahlten Euro 100 % bei der Organisation ankommt.1 Und die Entscheidung ist keine einmalige Festlegung, sondern wird jede Auszahlungsperiode neu getroffen, bis zum 31. Oktober, dem Ende der Periode. Ausgezahlt wird im Folgemonat, auf Basis des Vermögens am Periodenende.
Ohne eigene Spende ausprobieren
Das Portal lässt sich vollständig ansehen, bevor man irgendetwas spendet. Dafür gibt es einen offenen Demo-Zugang unter impact.gfdw.eu:
- E-Mail: musterfrau@gfdw.eu
- Passwort: geldfuerdiewelt
Damit lassen sich alle Ansichten durchklicken, von der Spendenliste über die Prognose bis zur Auswahl der Spendenpartner. Wer selbst gespendet hat, meldet sich stattdessen mit der eigenen E-Mail-Adresse an: Standard ist der Login-Link, den das Portal ins Postfach schickt, ein Passwort ist optional.
Footnotes
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§ 5 Abs. 1 Nr. 9 Körperschaftsteuergesetz, gesetze-im-internet.de; § 3 Nr. 6 Gewerbesteuergesetz, gesetze-im-internet.de ↩
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Òscar Jordà, Katharina Knoll, Dmitry Kuvshinov, Moritz Schularick, Alan M. Taylor, "The Rate of Return on Everything, 1870–2015", Quarterly Journal of Economics 134(3), 1225–1298. academic.oup.com ↩